„Der See underm Rauchenkobl“
Geschrieben am 15. Oktober 2014 von Evelin Gander
„Der See underm Rauchenkobl“

Der Tristacher See war schon immer beliebtes Ausflugsziel vieler Erholungs- und Vergnügungssuchender. In der „guten alten Zeit“ hielt vor dem damaligen Luxushotel Lienzerhof – nach dem 2. Weltkrieg zum Postgebäude umgebaut – die „Schillingkiste“. Mit einem Schilling wurde man in einem Wagen bequem hinauf zum See chauffiert.

Schon hunderte Jahre zuvor wird der Tristacher See gepriesen. Im Jahre 1504 ließ der König und spätere Kaiser Maximilian das „Tiroler Fischereibuch“ zusammenstellen. Darin befinden sich auch die erst kürzlich erworbenen Besitzungen, die Maximilian nach dem Tod des letzten Görzer Grafen übernommen hat. Der „See underm Rauchenkobl“ wird als besonderes Vergnügen erwähnt, wo der Landesfürst gleichzeitig fischen und jagen könne:

„.. der hat innen karpfen / krebs / vorhen und anpaß. Und ein landsfürst auf solhem see vischt / mag er in das gembsgejagd zu lust auch bejagen lassen und das hörn und die gembsen zu den wenden sehen laufen. Und diesen see vischt yetz her Michel von Wolkenstain.“

Ich versuche es zwar zu verdrängen – vor allem während der Badesaison – aber es gibt sie natürlich immer noch: kleine und auch sehr große Fische im Tristacher See. Aber keine Angst! Noch nie wurde ein Mensch gebissen. Wahrscheinlich ekeln sie sich sogar vor den nach Sonnencreme stinkenden, unförmigen Gestalten.

Besonders in dieser Jahreszeit scheint ein besonderer Zauber über dem See zu liegen. Die Bäume rundherum erglühen in herbstlichen Farben, der See liegt still darin. Die Natur beginnt sich auszuruhen.

Während eines Herbstspaziergangs war mein Staunen groß, als ich dort plötzlich riesige, meterlange Fische entdeckte. Genau gesagt drei. Emma, Hugo und Franz heißen die Störe, die ich nicht im See, aber unweit des Ostufers in einem der Quellteiche des Parkhotels Tristachersee wohl längere Zeit ungläubig anstarrte. Vor einigen Jahren kamen sie von einem aufgelassen Teich von Oberösterreich hierher und fühlen sich sichtlich wohl bei uns im schönen Osttirol.

Emma, Hugo und Franz werden von Christian Hofer, Chef der Haubenküche verschont. Dafür verrät er uns in der aktuellen Ausgabe des Dolomitenstadt-Magazins andere köstliche Fisch- und Wildrezepte.

Maximilian wäre begeistert!

Evelin Gander
Willkommen auf meinem Cityguide-Blog, den ich gemeinsam mit dem Team von dolomitenstadt.at gestalte. Ich bin Bergbäuerin und geprüfte Fremdenführerin, vor allem aber seit Jahren in Osttirol und die Dolomitenstadt verliebt.