Die Fastenzeit
Geschrieben am 16. März 2015 von Evelin Gander
Die Fastenzeit

Es ist noch nicht zu spät. Noch befinden wir uns mitten in der Fastenzeit. Eigentlich wurde diese 40 Tage dauernde Zeitspanne von der römisch-katholischen Kirche mittlerweile in Österliche Bußzeit umbenannt. Und Buße bedeutet in der Bibel Umkehr, Richtungsänderung. Und dafür ist es nie zu spät!

Heute sind nur noch der Aschermittwoch und der Karfreitag von der Kirche vorgeschriebe Abstinenztage, d.h. ab dem 14. Lebensjahr muss an diesen Tagen auf Fleisch und Alkohol verzichtet werden.

Im Mittelalter hingegen gab es viel stengere Fastengebote und das Volk hielt sich auch gerne daran. Kein Wunder. Es genügt ein Blick auf das ungewöhnliche Wandfresko aus dem 15. Jhr in unserer Pfarrkirche St. Andrä – gleich neben dem Grabmal des Görzer Grafen Leonhard – um zu wissen warum: eine kleine Gruppe von Menschen verzehren Eier und Fleisch, über ihnen schwingt eine monumentale Gestalt bedrohlich eine Keule. Diese „Fastenmahnung“ verstand damals jeder, auch ohne den Ihnalt des erklärenden Schriftbandes entziffern zu können: „Mensch ehr den frei tag das dir gott nit prech das leben ab du solt nit fleisch air kes nid essen…“

Mit Abspeckungskuren für eine sexy Bikinifigur hatte die Vorbereitungszeit auf Ostern damals wie heute wohl nichts zu tun. Vielmehr sollen wir versuchen aus dem Hamsterrad auszusteigen –  zumindest eine zeitlang – damit es möglich wird uns auf Wesentliches zu besinnen und Dinge in Ordnung bringen die schon längst fällig sind. Und da kann Fasten schon sehr hilfreich sein. Zum Beispiel eine Entgiftungskur. Endlich den störenden Ballast abwerfen, der soviel Gutes in uns verhindert. Stress, Ängste, Gier und Geiz – weg damit!

Die Franziskus Apotheke in Lienz stellt selbst Entschlackungstees und Basenpulvermischungen her die beim Rausschmiss helfen. Im Team arbeiten zertifizierte Mineralstoff- und NährstoffberaterInnen die gerne weitere hilfreiche Tipps verraten. Ganz wichtig dabei natürlich Bewegung, auch der guten Laune wegen. Schon der Prophet Jesaja kritisiert die grantigen Gesichter der Menschen mit ihren leeren Mägen und ihrer Frömmelei:
„Ist das ein Fasten, wie ich es liebe: wenn man den Kopf hängen lässt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Versklavten freizulassen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die Obdachlosen ins Haus aufzunehmen.“

Dann können wir bald voller Freude wieder Halleluja singen!

Evelin Gander
Willkommen auf meinem Cityguide-Blog, den ich gemeinsam mit dem Team von dolomitenstadt.at gestalte. Ich bin Bergbäuerin und geprüfte Fremdenführerin, vor allem aber seit Jahren in Osttirol und die Dolomitenstadt verliebt.