Die Schweinerei an der Isel
Geschrieben am 23. April 2015 von Evelin Gander
Die Schweinerei an der Isel

Ein Radausflugstipp für die ganze Familie

In der sogenannten „Schitte“ in Oberlienz, beliebter Treffpunkt vor allem für verbotene Liebschaften und dort, wo nicht nur ich als Kind zahlreiche Sonntage bei Familiengrillereien verbracht habe – zum Leidwesen der Bauern, wird jetzt auch gegrunzt was das Zeug hält- zum Leidwesen der Behörden, wie wir bereits auf dolomitenstadt.at berichtet haben.

Nur wenige Gehminuten von der Glanzer Brücke entfernt wohnt eine glückliche Schweinefamilie bestehend aus Eber Eberhardt, seinen Freundinnen und zahlreicher Nachkommenschaft. Denn es ist wieder soweit! Sau Lotte kann sich wieder über viele gesunde Ferkel freuen! Sie müssen nicht in einem engen Stall ihr Dasein fristen, sondern dürfen sich in einem weitläufigem Gehege das mich eher an eine Ferienanlage erinnert, über wirkliche artgerechte Haltung freuen. Mit schwarzem Kopf und schwarzem Hinterteil sind diese Schwäbisch-Hällischen Landschweine besonders hübsch, gehören aber leider zu den gefährdeten Nutztierrassen. Der Konsument verlangt nun mal riesige Mengen an magerem Schweinefleisch, von schnell gemästeten in Massentierhaltung gar nicht artgerecht gehaltenen Tieren. Da können alte Schweinerassen nicht mithalten. Sie brauchen ihren Raum und ihre Zeit zum wachsen, überzeugen dafür aber durch einen erhöhten intramuskulären Fettgehalt mit einem herausragenden Fleischgeschmack.

Ihr habt noch nie glückliche Schweine gesehen? Leider auch in unseren Breiten eine Seltenheit, also nichts wie hin! Am besten verbindet man einen Besuch der Schweinefamilie mit einem Frühlingsradausflug um zu testen, ob das Rad und man selbst schon fit ist für die bevorstehende Saison.

Um Pannen und anschließendes kilometerlanges Radschieben zu vermeiden, sollte vielleicht doch vorher ein Radservice gemacht werden. Am professionellsten und einfachsten bei unseren heimischen Radspezialisten: Dolomite Bike, Radservice Gernot, Probike Huber & Prünster und Fitstore24 Zanier.

Die Radwege rund um Lienz werden von der Radwegerhaltungsgemeinschaft Lienzer Talboden zwar erst Ende April/Anfang Mai offiziell eröffnet – mit einer kleinen Überraschung – aber sind laut deren Aussage schon sehr gut befahrbar.

Die Pöllander Hängebrücke über die Isel. Foto: Ramona Waldner

Die Pöllander Hängebrücke über die Isel. Foto: Ramona Waldner

Auf asphaltiertem Radweg der einzigartigen Isel entlang erreicht man nach 5 km von Lienz kommend die Glanzer Brücke. Besonders zu dieser Zeit führt die Isel, die im Sommer oft zu einem wilden Gletscherfluss anschwillt wenig Wasser und lässt Raum für wunderschöne Sandstrände. Wer bei der Rückfahrt auf Asphalt verzichten möchte, radelt nach Besuch der Schweinfamile am rechten Iselufer der Stadt entgegen, überquert die legendäre Pöllander Hängebrücke und gelangt so kurz vor der Stadt wieder auf den asphaltierten Radweg.

Wie lange wir uns über den Anblick der Schäbisch-Hällischen Landschweine noch freuen können steht in den Sternen bzw. in den Händen der Behörden. Aber die Behördenmüheln mahlen bekanntlich langsam. Und Schweinehalter Neumayr wird sich weiterhin mit all seiner Energie für das Wohl seiner Tiere einsetzen.

Evelin Gander
Willkommen auf meinem Cityguide-Blog, den ich gemeinsam mit dem Team von dolomitenstadt.at gestalte. Ich bin Bergbäuerin und geprüfte Fremdenführerin, vor allem aber seit Jahren in Osttirol und die Dolomitenstadt verliebt.